Baumspezialisten und Konflikt-Manager

Ist es nicht etwas übertrieben, für die wenigen Bäume in der Stadt sechs Semester zu studieren? Rolf Kehr ist Forstwissenschaftler und zurzeit Studien-Dekan für Arboristik. Er sagt: "In unseren Städten stehen mehr Bäume als wir meinen. Nur haben wir hier mehr Konflikte zu lösen als im Wald. Bäume können Menschen gefährden und umgekehrt. Hier ist spezielles Baumwissen gefragt, um Situationen richtig beurteilen zu können."

Hörsaal statt Baumkrone

Seit 2003 bietet die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen an der Fakultät Ressourcen-Management den Studiengang Arboristik an. Das Studium findet aber nicht in der Baumkrone, sondern im Hörsaal statt. Studienfächer sind zum Beispiel: Baumbiologie, Bodenkunde, Baumkontrolle und Verkehrs-Sicherheit sowie Wirtschafts-Wissenschaften, Fachrecht und Personalführung.

Für Frischluft-Fanatiker und Schreibtischtäter

Raus aus der Fachhochschule geht es bei Exkursionen und im 5. Semester während eines 12-wöchigen Praktikums. Nach dem Studium arbeiten Arboristinnen und Aboristen zum Beispiel in Behörden oder Garten- und Landschaftsbau-Betrieben. "Der Beruf ist sowohl für Frischluft-Fanatiker als auch für Schreibtischtäter geeignet", sagt Rolf Kehr. Wer Höhenangst hat, darf auch unten bleiben. Denn um die handwerkliche Ausführung kümmern sich Baumpfleger oder Fachagrarwirte.


Foto: HAWK

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