Volksbanken und Raiffeisenbanken in MV mit guten Ergebnissen in 2017

  • Kreditvolumen mit einem Plus von 3,8 Prozent
  • Eigenkapital wächst um 10,2 Prozent
  • Nähe bleibt Erfolgsfaktor / mehr als 1.200 neue Mitglieder

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Mecklenburg-Vorpommern setzen den erfolgreichen Kurs der vergangenen Jahre fort. Die Bilanzzahlen zeigen ein Wachstum bei Einlagen und Krediten.

Erneut verzeichnen die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Mecklenburg-Vorpommern trotz schwieriger Rahmenbedingungen und umfangreichen Investitionen in Technik und IT-Sicherheit ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Die neun eigenständigen Volksbanken und Raiffeisenbanken im Land erzielten 2017 ein ordentliches Betriebsergebnis von 50,57 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis entspricht somit 1,01 Prozent der Bilanzsumme. Die Gesamtbilanzsumme der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Land wuchs um 138 Mio. Euro auf insgesamt 5,01 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent. Im Bereich der Kundengelder konnten Zuwächse um 134 Mio. Euro (3,5 Prozent) auf 4,00 Mrd. Euro verbucht werden. Das Kreditvolumen wuchs um 79 Mio. Euro (3,8 Prozent) auf 2,16 Mrd. Euro. Im Jahr 2017 konnten außerdem mehr als 1.200 neue Mitglieder gewonnen werden. „Mit dem Geschäftsjahr 2017 sind wir zufrieden und sehen uns auch für die kommenden Jahre gut vorbereitet“, zieht Dieter Heidenreich1 Bilanz. „Auch in Zeiten der Digitalisierung stehen die Volksbanken und Raiffeisenbanken weiterhin für Nachhaltigkeit, Transparenz und Nähe zu den Kunden.“

Kurzfristige Anlagen sind gefragt
Die Gesamteinlagen stiegen um 134 Mio. Euro auf 4,00 Mrd. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 3,5 Prozent. Aufgrund des nach wie vor niedrigen Zinsniveaus hat sich der Trend zu kurzfristigen Anlagen weiter verstärkt.

Gestiegene Nachfrage nach langfristigen Krediten
Das Kreditvolumen hat sich im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent erhöht und wuchs von 2,08 Mrd. auf 2,16 Mrd. Euro an. „91 Prozent des Kreditvolumens entfallen auf Kredite mit Laufzeiten von über fünf Jahren“, erklärt für die Volksbanken und Raiffeisenbanken Jens Klingebiel2. Dies ist ein Zuwachs um 3,9 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro im Vorjahresvergleich.

Mit 719,5 Mio. Euro machen Kredite an Privatkunden rund ein Drittel (33 Prozent) des Gesamtkreditvolumens aus. 66,3 Prozent (1,42 Mrd. Euro) aller Kredite wurden 2017 an Firmenkunden ausgegeben. Mit 579,4 Mio. Euro gehört der Bereich der Landwirtschaft gemeinsam mit dem Bereich der Dienstleistungen (542,7 Mio. Euro) zu den wichtigsten Kreditnehmern.

Gewachsene Eigenkapitalbasis sichert hohe Stabilität
Das Eigenkapital (inkl. Fonds für allgemeine Bankrisiken) konnte erneut ausgebaut werden und beträgt 446,5 Mio. Euro – das entspricht einem soliden Zuwachs von 10,2 Prozent. „Unsere Banken sind stabil aufgestellt“, so Jens Klingebiel. „Damit sind wir ein starker und verlässlicher Partner für die mittelständische Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.“

Gemeinsam erfolgreich: Genossenschaftliche FinanzGruppe
Auch innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken ist eine positive Entwicklung und damit eine hohe Leistungsfähigkeit zu verzeichnen. Die größten Partner in der Gruppe sind die R+V Versicherung, die Bausparkasse Schwäbisch Hall (BSH), die Fondsgesellschaft Union Investment und die TeamBank/easyCredit. Das Gesamtvolumen des außerbilanziell vermittelten Kundengeschäfts konnte um 6,9 Prozent auf 2,36 Mrd. Euro erhöht werden. „Die Genossenschaftliche FinanzGruppe ist ein absolutes Erfolgsmodell“, fasst Dieter Heidenreich zusammen. „Die Zusammenarbeit innerhalb dieser Gruppe spiegelt den Grundsatz unserer Bankengruppe wieder: ‚Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele‘.“

Verantwortung für die Region
Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind stark in den jeweiligen Regionen verwurzelt – sowohl als Arbeitgeber für rund 1.000 Mitarbeiter und Auszubildende als auch in Ihrer Verantwortung für die Region vor Ort. Mehr als 900.000 Euro haben die Banken im Jahr 2017 für lokale, regionale und landesweite Sponsoringmaßnahmen aufgewendet und aus dem Reinertrag des Gewinnsparens gespendet.

Nähe bleibt entscheidender Erfolgsfaktor
Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind trotz eines schwierigen Marktumfeldes, wie z. B. der Niedrigzinsphase und der Bankenregulierung, gut für die Zukunft aufgestellt. „Unsere Banken stehen weiterhin für Professionalität, Vertrauen und Stabilität“, so Jens Klingebiel. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind aus Sicht der Verbraucher ein Premium-Anbieter für Sicherheit. Sie kennen Ihre Kunden sehr gut und reagieren auf das veränderte Kundenverhalten. So gilt die voranschreitende Digitalisierung als Herausforderung und Chance zugleich. „Die Investitionen in die Digitalisierung sind von großer Bedeutung“, sagt Jens Klingebiel, „wir gehen dahin, wo unsere Kunden sind und gestalten die digitale Zukunft analog mit Mitarbeitern und Vorständen zum Anfassen.“

Die größte Schwierigkeit bestünde laut Klingebiel derzeit und in Zukunft in der Regulierung. Es gilt, das Ziel einer differenzierten Bankenregulierung von einer neuen Bundesregierung schnellstmöglich voranzutreiben, um gerade kleineren Banken einen positiven Blick in die Zukunft zu ermöglichen.
Abschließend sind beide Sprecher optimistisch für das laufende Jahr, zumal der 200. Geburtstag von Gründungsvater Friedrich Wilhelm Raiffeisen gefeiert wird: „Mit unserem genossenschaftlichen Modell sind wir gut für die Zukunft gerüstet und erfüllen genau das, was unsere Kunden von uns erwarten. Unsere Filialen vor Ort sind und bleiben das Herzstück unserer genossenschaftlichen Beratung, über die wir uns mit unseren Kunden und Mitgliedern noch stärker lokal vernetzen wollen. Denn spürbare, gelebte Regionalität ist unser Wettbewerbsvorteil.“

1 Sprecher der Volksbanken und Raiffeisenbanken, Vorstand Volks- und Raiffeisenbank eG (Wismar, Güstrow)
2 Sprecher der Volksbanken und Raiffeisenbanken, Vorstand Volksbank Raiffeisenbank eG Greifswald