Zwei Musikschulen – ein Projekt Carmina Burana wird aufgeführt

PRIGNITZER GEIGENLEHRER hatte Idee zu Konzert / In Parchim auf offene Ohren gestoßen / Sponsoren gewonnen

PARCHIM/MEYENBURG Zwei Musikschulen, ein gemeinsames Projekt – mit der Einstudierung und Aufführung des berühmtesten sinfonischen Musikwerkes des 20. Jahrhunderts, der Carmina Burana von Carl Orff, haben sich die beiden Kreismusikschulen Prignitz und „Johann Matthias Sperger“ Ludwigslust-Parchim ein sehr ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt vorgenommen. Die Idee zu dem gemeinsamen Musizieren stammt von Axel Giesche, Geigenlehrer am Perleberger Standort der Prignitzer Musikschule. Aufbauend auf den gemeinsamen Pampiner Musikpreis und angesichts der tollen Open Air Bühne im Schlossparkb Meyenburg kam ihm die Idee, mit einem gemeinsamen großen Konzert die Grenzregion Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern musikalisch zu beleben. Stellt sich die Frage, warum die Carmina Burana? „Ich kenne kein zweites Werk mit Chorwerk und Orchester, das so bekannt ist. Dieses chorsinfonische Werk passt in den Schlosspark und auf die Bühne“, so der Geigenlehrer. Allerdings ist es schier utopisch, solch ein Werk allein
aufzuführen. Dazu fehlen sowohl Instrumente, die von Carl Orff für sein Werk vorgeschrieben wurden, als auch Sänger. In der Musikschule Johann Matthias Sperger, namentlich bei Projektleiter Volker Schubert, stieß Axel Giesche mit seinem Vorhaben auf offene Ohren. Und so werden Schüler und Musiker aus beiden Musikschuleinrichtungen zu einem großen Ganzen zusammengeführt. Aus Parchim kommen vor allem Blechbläser, Cello und ein zweites Klavier. Insgesamt 80 Personen von 11 Jahre bis ins Rentenalter musizieren, ergänzt durch zwei Chöre, u. a. einen Kinderchor und einen Chor aus Bad Wilsnack, sodass insgesamt 140 Akteure die beiden Konzerte, die es geben wird, gestalten werden. Im Orchester der Prignitzer Musikschule sind auch seltene Instrumente, wie Kontrafagott und Englisch Horn sowie ein Schlagwerk mit breiter Batteriezu hören. Ein zweites Fagott fehlte. Das wird nun von einem ehemaligen Berufsmusiker
aus Schwerin gespielt, er konnte für dieses einzigartige Projekt gewonnen werden. Für die Carmina Burana sage ich alles ab, so dessen Kommentar, freuen sich die Projektleiter. Die künstlerische Leitung wurde Stefan Tast übertragen, Stefan Tast ist Musiker des Rundfunksinfonieorchesters Berlin, der dort die erste Violine spielt. In Klein Leppin, wo er Zuhause ist, brachte er große Kunst „Dorf macht Oper“auf das Land. Erste gemeinsame Proben liegen hinter den 140 Musikern. Ein Projekt von solchem Ausmaß kostet Geld. Ca. 18000 Euro sind veranschlagt. Neben Eigenanteilen
waren beide Seiten auf Sponsorensuche und so saßen beim Gespräch in Parchim die Sparkasse, die VR Bank eG, die Stadtwerke, die Stadt, der Musikschulförderverein mit am Tisch. Auch der Landkreis gehört zu den Förderern. Die Konzerte finden am 1. September um 18 Uhr im Schlosspark Meyenburg statt, das zweite Konzert am 8. September um 18 Uhr in der Stadthalle Parchim. Dort gibt es auch Karten im Vorverkauf. (Tel: 0387176067270).
ILONA LANGER

Organisatoren und Sponsoren freuen sich auf das gemeinsame Konzert. FOTO: LANGER