Berufsstarter haben gute Chancen

Großer Andrang bei Ausbildungsmesse von AOK Nordost und VR-Bank eG / 70 Firmen warben um Nachwuchskräfte aus der Region Parchim

(SVZ) Das Jahr begann gerade erst, da gehen die Schulabgänger 2017 bereits mit großen Schritten auf ihre Abschlussprüfungen zu. Danach beginnt für viele der „Ernst des Lebens“. Eine Arbeit sollte her, besser noch, eine fundierte Berufsausbildung, die einen auf spätere Zeiten vorbereitet. Zukunftsperspektiven für Berufsein-steiger finden sich nicht nur in weiter Ferne. Wer die Heimat als künftigen Arbeitsort bevorzugt, hat vor Ort gute Chancen.
Hoffnung auf Erfolg bei früher Orientierung

Doppelt auf der Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen war René Brandt am vergangenen Sonnabend. Mit der ganzen Familie im Schlepptau, besuchte der Zwillingspapa den 21. Berufsstartertag in der Parchimer Stadthalle. Gemeinsam mit seinen Kindern, macht sich Brandt schon früh Gedanken um deren beruflichen Werdegang. „Unsere Zwillinge sind im Alter der Berufswahl. Als Eltern unterstützen wir sie hundertprozentig beim Herausfinden, wo sie einmal beruflich landen wollen“, sagte er. Derweil erkundigte sich Tochter Neele am Stand der Asklepios Klinik. Die 13-Jährige von der Eldetalschule Domsühl strebt eine Ausbildung im Gesundheitswesen an: „Ich habe bei dem Parchimer Krankenhaus nach einem Praktikum gefragt“, berichtete sie.

Nach der Devise, sich rechtzeitig und gezielt einen Plan zu machen, besuchten nach Angabe von Günther Schulze bis zu 500 Berufseinsteiger in spe, die alljährliche Ausbildungsmesse von AOK Nordost und VR-Bank eG. Schulze ist von Beginn an Mitorganisator und zog nach der Veranstaltung eine positive Bilanz: „Es waren deutlich mehr Teilnehmer als 2016“, sagte er. „Alle zeigten großes Interesse und waren neugierig, was es in der Region an Berufsmöglichkeiten gibt“, so der Marktbereichsleiter am Tagesende.

Die Jugendlichen stießen auf ein Rekord-Angebot von 70 Ausstellerfirmen. Das Spektrum an Chancen in der Region ist dementsprechend breit. Apotheker, Sanitäter, Polizist, bis hin zu Zahntechniker - eine Fülle an Berufen stellten die meist heimischen Unternehmen vor.
Azubis als direkte Ansprechpartner

Das medienhaus:nord, zu dem die Schweriner Volkszeitung gehört, war unter anderem durch die Parchimer Geschäftsstellenleiterin Nicole Boldt mit einem Informationsstand vertreten. In dem Verlag können die Berufe Medienkauffrau/-mann, Betriebswirt und Redakteur erlernt werden.

Wichtige Ansprechpartner waren neben Chefs und Personalleiter Lehrlinge, die inmitten ihrer Ausbildung stecken und ihre Erfahrungen weitergaben. Hendrik Bieber lässt sich z. B. im Forstamt Grabow zum Forstwirt ausbilden. Sein Arbeitgeber ist der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern. Schon als Kind wäre für ihn nur ein naturverbundener Beruf in Frage gekommen: „Von klein auf war ich im Wald unterwegs. Beruflich wollte ich unbedingt körperlich arbeiten“, erzählte er. Lehranleiter Heinz-Detlef Blank warb für seinen Betrieb: „Die Übernahmechancen stehen wirklich gut.“

Von der Option, die Bewerbungsmappe direkt beim möglichen Arbeitgeber abzugeben, machte Cindy Rogmann Gebrauch. Die Abiturientin sucht nach einem Job am Schreibtisch: „Ich will an einen sauberen Arbeitsplatz arbeiten. Daher erhoffe ich mir einen Bürojob, in dem ich Umgang mit Kunden und Aufstiegschancen habe.“

Bernd Franke von der AOK Nordost, der die Messe mitorganisiert, sagte im SVZ-Gespräch: „Ich finde es erfreulich, dass auch einige Asylbewerber kamen, um sich beruflich zu orientieren.“ Es sei Ziel der Veranstaltung, dem demografischen Wandel entgegen zu wirken. Der Landkreis biete Jugendlichen eine große Auswahl: „Von Praktika, Ausbildung, bis zum Dualstudium. Die regionalen Firmen halten eine Menge an Möglichkeiten offen“, freute sich der Leiter der AOK Nordost.

Franziska Gutt

Bis zu 500 Besucher holten sich auf der Berufsstartermesse Informationen ein.
Foto: Franziska GUTT
Wissen, was sie beruflich wollen: Forstwirt-Azubi Hendrik Bieber und Abiturientin Cindy Rogmann.
Foto: Franziska GUTT