So viele Firmen wie noch nie

Berufsstartertag am Goethe-Gymnasium: Schüler auf der Suche nach „ihrem Beruf“ / 72 Aussteller werben mit großer Job-Auswahl Ludwigslust

(SVZ) Ein Messestand der Hoteliers und Gastronomen ohne Herdplatte? „Das geht nicht“, findet Sylvia Mohn, die Kreissprecherin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). „Beim Essen und Trinken findet man doch am besten ins Gespräch.“ Und so kochte Dirk Hutzfeld am Dehoga-Stand auf dem Berufsstartertag im Goethegymnasium für die Schüler eine Gemüsepfanne nach der anderen. Die Fragen ergaben sich da nebenbei ganz von allein: „Wo kann ich ein Schülerpraktikum machen? Und bei wem kann ich in den Sommerferien ein bisschen Geld dazu verdienen?

„Nur über die Praxis, über erste eigene Erfahrungen finden die Jugendlichen das, was sie wirklich wollen oder auch nicht wollen“, sagt Sylvia Mohn. Deshalb seien gerade Schülerpraktika die Gelegenheit, sich auszutesten.

Nicht wenige Jugendlichen hatten am Sonnabend auch gleich ihre Bewerbungsbögen für die Praktika mitgebracht. „Die Zehnklässler starten ihr Praktikum im Januar“, sagt Lutz Bahr, AWT-Lehrer am Gymnasium. „Da sollten sie langsam wissen, wo.“ Auch die Neuntklässler nutzten die Messe, um sich zu informieren. Damit sie möglichst viele Berufe im Vorfeld kennen lernen, hat ihnen ihr Lehrer gleich eine Aufgabe mitgegeben. „Jeder stellt demnächst im Unterricht drei Berufsbilder in einer Powerpointpräsentation vor. Die Infos dazu können sie sich hier holen.“

Lutz Bahr hat die Messe gemeinsam mit Heike Zachow von der VR-Bank und Kerstin Jasmund von der AOK organisiert. „Wir mussten vor fünf Jahren mit der Messe aus der VR-Bank raus, weil es einfach zu voll wurde“, so Bahr. Anfangs waren knapp dreißig Aussteller dabei, heute sind es mehr als 70. Darunter auch Hochschulen, Universitäten und Verbände.
Der 19-jährige Paul Marschner warb am Stand des DRK für die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Vor zwei Jahren war er selbst noch Schüler am Goethegymnasium. „Dieser Tag hier ist genial“, sagt er. „In der Schule kriegt man von Berufen wenig mit. Da muss man schon live dabei sein, wenn so viele Firmen an einem Ort sind.“ Paul wollte eigentlich erst zur Bundeswehr. „Dafür hätte ich aber die Region verlassen müssen“, sagt er. „Das DRK war für mich die bessere Wahl. Die Arbeit ist genau das, was ich immer wollte.“ In zwei Jahren ist Pauls Ausbildung abgeschlossen. „Wenn ich Glück habe, finde ich dann sogar hier einen Job.“

Katharina Hennes

Beim Essen ins Gespräch kommen:
Hier kocht Dirk Hutzfeld am Stand der Dehoga.
Foto: Hennes
Weil sich so viele Firmen angemeldet hatten, mussten die Veranstalter
am Sonnabend erstmals auch ins Foyer der Schulturnhalle ausweichen.
Foto: Hennes