Projekt gegen die Schuldenfalle

Sandra Hübel von der VR-Bank Ludwigslust überreicht Klassenleiter Volkmar Jannasch den symbolischen Scheck. A. Münchow

Gerade Schüler können ganz schnell in die Schuldenfalle geraten. Handy und Internet zum Beispiel verleiten zu scheinbar günstigen Geschäften. Der so genannte Hammer in Form von hohen Rechnungen kommt erst später. Schüler der Joseph-Lenné-Schule Ludwigslust arbeiten seit Sommer an einem Projekt, in dem sie zeigen, wie schnell gerade Jugendliche in die Schuldenfalle geraten können.

"Finanzielle Bildung" heißt das Thema der 19 Schüler aus Klasse 9 b. Dazu bildeten die Mädchen und Jungen mehrere Teams, die sich mit den einzelnen Gefahrenquellen für Verschuldungen beschäftigten. Gestern stellten sie die Ergebnisse Vertreterinnen der VR-Bank vor, die das Projekt begleitet.

Die Jugendlichen weisen in ihren Untersuchungen u. a. nach, dass die Bestellung von Abo-Klingeltönen für das Handy eine Quelle hoher Rechnungen sein kann. Jedes 2. Kind bis 12 Jahre in Deutschland, ergab die Recherche, besitzt bereits ein Handy. Bei Personen von 13 bis 22 Jahren sind es 84 Prozent.

Ein anderes Team befasste sich mit dem Umgang mit Kreditkarten. Ergebnis hier: Beim Kauf per Karte geht schnell der Überblick über die Ausgaben verloren, die Schulden können wachsen. Auch Glücksspiel, so ein weiteres Team, kann in die Schuldenfalle führen. Als Antrieb wurde hier neben anderen Faktoren der Nervenkitzel heraus gearbeitet, der schließlich in einen Rauschzustand führen kann. Dem allerdings bei Geldverlust Panik und Niedergeschlagenheit folgen können.

Klassenlehrer Volkmar Jannasch, der Fachlehrer für AWT (Arbeit, Wirtschaft, Technik) und Informatik ist: "Ich habe mich sehr gefreut, wie selbstständig die Schüler gearbeitet haben. Dabei habe ich vieles erfahren, das ich bisher nicht gewusst habe.

Ein Fazit der bisher im Projekt erzielten Ergebnisse ist, dass durch Sucht Schulden entstehen. Schulleiterin Jutta Schulz: "Die Arbeit passt genau zum AWT-Wahlpflichtthema der Klasse. Es wird noch bis Ende des Schuljahres fortgesetzt. Dabei werden die Schüler dann Möglichkeiten heraus arbeiten, welche Folgen die Schuldenfalle hat und wie man wieder heraus kommt." Außerdem soll eine Statistik erarbeitet werden, ob und in welchem Ausmaß Schüler in der Region Ludwigslust von dem Thema betroffen sind.

Sandra Hübel von der VR-Bank-Filiale in Ludwigslust übergab der Klasse als Anerkennung für die bisherige Arbeit einen symbolischen Scheck in Höhe von 3000 Euro. Das Geld soll unter anderem dem Förderverein der Schule "Peter Joseph Lenné" zugute kommen, aber auch für die technische Ausstattung des Klassenzimmers (z. B. Beamer), Exkursionen und die Abschlussfahrt verwendet werden.

Ginett Heinke vom Marketing der VR-Bank: "Es ist wichtig, dass die Schüler frühzeitig den Umgang mit Geld lernen. Dieses Projekt ist genau der richtige Weg dazu, den wir auch weiterhin durch unsere Beratung gerne unterstützen werden."