Breite Palette an Ausbildungsofferten

50 Aussteller präsentieren ihre Ausbildungsberufe / Veranstalter wünschen sich mehr junge Leute auf Berufsstartertag

(Elde Express) Breit war die Palette an Ausbildungsofferten, die am vergangenen Sonnabend von den 50 Ausstellern aus der Region in der Stadthalle präsentiert wurden.

Eine Vielzahl der Aussteller ist alljährlich auf dem Berufsstartertag dabei, so natürlich die Veranstalter AOK und VR-Bank, die ihrerseits die gängigen Ausbildungsberufe Sozialversicherungsfachangestellte und Bankkaufmann, -frau vorstellten. Während die VR Bank schon immer für den eigenen Berufsnachwuchs ausbildet, räumt Bernd Franke von der AOK ein, dass in der AOK zwar schon immer ausgebildet wurde, aber die jungen Leute nicht in jedem Fall auch übernommen wurden. „Jetzt wird auch bei uns für den eigenen Bedarf ausgebildet“, weiß er und freut sich, dass die Nachfrage nach dem Beruf groß ist.

Zufrieden zeigte sich auch Wolfram Reisener von der Steuerkanzlei Schmidt & Partner. „Die Nachfrage nach Ausbildung zum Steuerfachangestellten ist ungebrochen, ich bin überrascht, wie groß heute das Interesse ist. Wir brauchen auch den beruflichen Nachwuchs, ältere Mitarbeiter verlassen in nächster Zukunft die Kanzlei, da brauchen wir Nachwuchs, gern auch junge Männer“, erklärt er.

Mit dabei am Stand hat der Steuerberater eine junge Frau, Sabrina Füssel, die den jungen Leuten auf Augenhöhe von ihrem interessanten Beruf erzählen kann. „Ich habe vor eineinhalb Jahren ausgelernt und finde den Beruf sehr abwechslungsreich. Täglich haben wir Kontakt zu den Mandanten, die aus den verschiedensten Bereichen kommen. Außerdem gibt es in dem Beruf der Steuerfachangestellten keinen Stillstand, ständige Weiterbildung erweitert unseren Horizont.“ Regelmäßig auf dem Berufsstartertag auf der Suche nach Auszubildenden ist das Transportunternehmen Rumstich. Katja Rumstich präsentiert den Beruf Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung sowie den Beruf des Berufskraftfahrers. „Die Rente mit 63 sorgt dafür, dass erfahrene Berufskraftfahrer in Rente gehen, wir benötigen bis zu sechs Berufskraftfahrer“, schildert sie die aktuelle Situation und erzählt über die interessanten Seiten dieses Berufes. Wer weiß denn schon, dass ein künftiger Berufskraftfahrer schon mit 16 Jahren einen Führerschein haben darf und unter bestimmten Voraussetzungen auch am Straßenverkehr teilnehmen darf? „Berufskraftfahrer bedeutet ein Stück Freiheit, Spaß am Fahren“, kennt sie die Vorteile dieses Berufes.

Die jungen Leute suchten nicht nur Ausbildungsplätze, auf der Suche nach einem Praktikumsplatz war Frauke Waghals vom Eldenburg-Gymnasium Lübz. Ärztin oder Anwalt steht auf ihrer Berufswunschliste ganz oben. „Ich brauche für ein Schülerpraktikum einen Platz, deshalb habe ich mich hier umgesehen.“ Unterstützt wurde sie dabei von ihrer Mutti Silke Waghals, die wie viele andere Eltern ihre Tochter begleitete.

Günter Schulze von der VR-Bank und Bernd Franke von der AOK begrüßen es, wenn das Elternhaus hinter der Suche nach einem Ausbildungsplatz steht. „Viele wissen noch gar nicht, was sie werden wollen, da ist es gut, wenn die Eltern beratend zur Seite stehen“, meint Bernd Franke. Beide stellten am Ende des Vormittags fest, dass es zu qualitativ hochwertigen Gesprächen kam und dass nicht zuletzt die gelungene Mischung der Aussteller für einen erfolgreichen Tag für Aussteller und Ausbildungsplatzsuchende beitrug.

Dennoch resümierten die Veranstalter, dass zwar die Anzahl der Aussteller mit 50 einen neue Teilnehmerrekord darstellt, die Zahl der Ausbildungsplatz-Suchenden abgenommen hat. „Wer kommt, hat großes Interesse“, so Günter Schulze. „Aber wir würden uns noch mehr junge Leute auf dem Berufsstartertag wünschen.“

Das unterstrich auch Steffi Kauffeldt vom Autohaus Burmeister. Sie war mit einem jungen Auszubildenden in der Stadthalle und zählte nur wenig Interessenten an ihrem Stand. „Wir sind seit Jahren dabei, aber es kommen immer weniger junge Leute. Unsere Ausbildungsberufe sind attraktiv und bieten in der Region eine Perspektive.“

Aber immerhin wurde an ihrem Stand eine Bewerbung abgegeben, vielleicht schon der erste Auszubildende für das im Spätsommer beginnende Ausbildungsjahr?

Ilona Langer